Das US-Open-Finale liegt hinter ihm, doch Ben Sheltons Gespräch über Tennis drehte sich nicht nur um den verpassten Titel. Am 2. Oktober 2026 veröffentlichte Yahoo Sports eine Zusammenfassung seines Gesprächs mit The Healthy, das in Zusammenarbeit mit Thorne entstanden war. Im Mittelpunkt stand die mentale Stärke: Wie man in einem Sport weitermacht, in dem selbst eine erfolgreiche Saison nicht nur aus Siegen besteht.

Niederlagen gehören zum Beruf

„Wir spielen eine Sportart, in der man fast jede Woche verliert.“ Ben Shelton im Gespräch mit The Healthy, zusammengefasst von Yahoo Sports am 2. Oktober 2026.api.tennis

In diesem Gespräch hob Shelton hervor, wie wichtig es ist, sich nach Rückschlägen mental schnell neu auszurichten. Wie Yahoo Sports berichtet, stellt er mentale Stärke auf eine Stufe mit körperlichem Training. Es geht dabei nicht um eine bestimmte Niederlage, sondern um die Arbeit über eine lange Tour hinweg: Niederlagen wiederholen sich, und auch die Vorbereitung auf den nächsten Auftritt muss immer wieder neu beginnen.

Das Gespräch hat einen konkreten sportlichen Hintergrund. Bei den US Open 2026 erreichte Shelton das Finale, in dem er Alexander Zverev mit 3:6, 6:7(2), 7:5, 2:6 unterlag, wie USOpen.org berichtet. Auf dem Weg ins Endspiel besiegte er Carlos Alcaraz im Viertelfinale und Frances Tiafoe im Halbfinale.

Das Match gegen Alcaraz wurde zum spätesten Spielende in der Geschichte des Turniers: Laut CBS News endete es gegen 3:33 Uhr nachts. Nach der Niederlage nannte Alcaraz seinen Gegner „He is a beast“, berichtet USOpen.org. Shelton selbst sagte nach dem Finale gegenüber demselben Medium: „I’m just getting started“. Seine Worte im Oktober darüber, mit Rückschlägen umgehen zu können, fielen also kurz nach einem Turnier, das sowohl große Siege als auch eine Niederlage im letzten Match brachte.

Ein Tag abseits des Tennisplans

Eine Möglichkeit, nach dem Finale abzuschalten, war ein Tag ganz ohne Court. Wie Shelton in einem Artikel von AOL vom 1. Oktober erzählte, besuchte er gemeinsam mit Trinity Rodman ein Kinderkrebszentrum an der Columbia University. Der Besuch war Teil davon, nach der Niederlage bei den US Open auf andere Gedanken zu kommen.

Abseits der Matches ist sein Terminkalender allerdings nicht leer. Im selben Gespräch mit AOL sprach Shelton von zahlreichen Medien- und Partnerterminen. Außerdem räumte er ein, dass anstrengende Flüge ihn oft „zum Zombie machen“. Das Leben auf der Tour bestehe nicht nur aus dem Court, auch zwischen den Turnieren komme Belastung hinzu, sagte er.

Über den Umgang mit Druck sprach er auch schon früher öffentlich. Im Juni 2026 war Shelton im Podcast „Kick it Forward“ zu Gast und sprach über das Leben auf der Tour, berichtet ATP Tour. AOL hob in einem Artikel im Oktober außerdem seinen Ansatz hervor, bei dem der Prozess wichtiger ist als das Ergebnis. Das ist die Einschätzung des Mediums und kein Versprechen des Spielers, sich künftig keine Gedanken mehr über Niederlagen zu machen.

Was hinter der Partnerschaft mit Thorne steckt

Die Zusammenarbeit zwischen Shelton und Thorne begann nicht erst mit dem aktuellen Interview. Die Marke gab die Partnerschaft am 14. April 2025 in einer Pressemitteilung zur Kampagne „Sports Performance“ bekannt. Nun erzählte der Tennisspieler in einem Gespräch im Rahmen dieser Zusammenarbeit von seiner persönlichen Auswahl an Nahrungsergänzungsmitteln.

„Thorne und ich haben den ‚richtigen Cocktail‘ aus Nahrungsergänzungsmitteln zusammengestellt, der mir hilft, mich besser zu fühlen.“ Ben Shelton in einem Artikel von AOL vom 1. Oktober 2026.api.tennis

Laut AOL nannte er Elektrolyte, Magnesiumbisglycinat für die Nacht und Kreatin. Außerdem sagte er, dass er sich hinsichtlich der Anti-Doping-Konformität keine Sorgen mache. Das ist Sheltons Bericht über seine persönliche Praxis in einem Partnerartikel, keine allgemeingültige Trainingsroutine oder Empfehlung an die Leser.

In der Zusammenfassung von Yahoo Sports sprach Shelton gesondert über die Schwierigkeit, den körperlichen Zustand über die Dauer eines langen Turniers aufrechtzuerhalten. Ende September hatte das konkrete Folgen: Er sagte für das Japan Open ab. Wie AOL berichtet, erklärte der Tennisspieler in einem Video, „US Open und Davis Cup hätten ihren Tribut gefordert“.

Nicht die Zahl der Deals, sondern die Auswahl

Sheltons Partnerschaften sind auch abseits des Themas Training sichtbar. On gab 2023 bekannt, ihn gemeinsam mit Iga Swiatek unter Vertrag genommen zu haben. Außerdem war er in Werbespots für Bose zu sehen, unter anderem zusammen mit Coco Gauff. In einem September-Interview mit Rich Kleiman für Boardroom beschrieb Shelton seine Haltung zu Verträgen jedoch ohne den Fokus auf deren Anzahl.

„Ich bin nicht jemand, der dem Geld oder der Zahl der Deals hinterherjagt.“ Ben Shelton im Interview mit Rich Kleiman für Boardroom vom 3. September 2026.api.tennis

Boardroom stellte die bewusste Auswahl von Partnerschaften als seine geschäftliche Haltung heraus. Das Interesse an Shelton beschränkt sich jedoch nicht auf Sportinterviews: Highsnobiety schrieb über seinen Stil, und Men’s Health präsentierte im September 2026 die On-Kollektion „Lights Out“ zu den US Open. Außerdem war er in der zweiten Staffel der Netflix-Dokumentarserie „Break Point“ zu sehen.

Die sportliche Dimension dieses öffentlichen Lebens zeigt sich in den aktuellen Zahlen: Shelton belegt den vierten Platz in der ATP-Einzelrangliste, seine Saisonbilanz steht bei 39 Siegen und 16 Niederlagen. Nach den US Open finden sich in der Liste seiner jüngsten Matches zwei Niederlagen in der Qualifikation des Davis Cup, gegen Jakub Mensik und Jiří Lehecka. Eine erfolgreiche Saison macht jene Rückschläge, über die er im Interview sprach, nicht ungeschehen.

Als Nächstes steht die Herbstserie im Kalender. Das Rolex Shanghai Masters findet vom 7. bis 18. Oktober statt, die Swiss Indoors Basel sind vom 26. Oktober bis zum 1. November angesetzt, und das Rolex Paris Masters ist für den Zeitraum vom 2. bis 8. November geplant. Diese Termine allein bestätigen keine Teilnahme Sheltons. Die letzte konkrete Entscheidung, von der er berichtete, bleibt bislang die Absage für das Japan Open nach der Belastung durch die US Open und den Davis Cup.